Wo stehen wir in der Digitalisierung?

Die Herausforderungen des Precision Farming können mit einfach gehaltenen Lösungen bewältigt werden.

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft ist auf vielen Betrieben noch nicht so fortgeschritten, wie oft angenommen wird. Die Gewohnheit hindert die Landwirte an der Digitalisierung teilzunehmen.

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Es gibt fortlaufend neue Erfindungen. Neue Dienste werden in den Markt eingeführt, bestehende Produkte werden verbessert. Kontinuierlich muss der Verbraucher sich neue Begriffe und Fachwörter merken. So sieht es weltweit in vielen Branchen aus. Besonders die Landwirtschaft boomt derzeit mit digitalen Neuerungen. Landwirtschaft 4.0 ist das Top-Thema für Unternehmer und Verbraucher. Bei all den Weiterentwicklungen bleibt jedoch wenig Zeit sich näher mit der Zielgruppe zu befassen.

Jährlich führt die Kleffmann Group weltweit Interviews mit Landwirten durch. Die daraus gewonnenen Informationen helfen Unternehmen und Entscheidern, Produkte und Dienstleistungen auf die Bedürfnisse der Landwirte anzupassen. Im Bereich Landwirtschaft 4.0 hat die Kleffmann Group bereits über einige Jahre mehrere Studien durchgeführt und kennt den Status Quo, die Trends und die Herausforderungen besonders gut. Die neuesten Erkenntnisse der Kleffmann Group basieren auf den Studien „New Media Tracker“ und „Smart Farming Tracker“. Die Studien beinhalten Daten über die private und berufliche Nutzung neuer Medien sowie eine Übersicht der Anwendungen neuer Technologien, Programme und Verfahren durch die Landwirtschaft.

Wie digital sind Landwirte heutzutage überhaupt?

In ihren aktuellsten Studien hat die Kleffmann Group sich intensiv mit dem digitalen Verhalten der befragten Landwirte auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Landwirte sind in einigen Bereichen weniger digital als oft angenommen wird. Mehr als die Hälfte der Landwirte nutzen noch immer die handschriftliche Ackerschlagkartei. Die Gewohnheit ist dabei der Hauptgrund. Ausschlaggebend für einige Landwirte sind ebenfalls fehlende Kenntnisse zum Bedienen der neuen Technologien. Eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung wird lediglich von der Hälfte der Landwirte durchgeführt, wobei nur sehr wenige von ihnen automatisierte Programme dafür nutzen. Gründe, welche die Landwirte in den Studien angaben, sind unter anderem fehlende Kenntnisse, zu kleine Felder, unbekannte Techniken sowie eine nicht gegebene Kompatibilität. Ein weiteres Hemmnis besteht in der Angst vor unsachgemäßen Gebrauch der persönlichen Daten. Ein Kauf spezieller Techniken und Programme wird somit auch nicht in Erwägung gezogen.

Die vorhandene technische Ausstattung auf den Traktoren fällt ebenfalls geringer aus als erwartet. Mehr als ein Drittel der Landwirte verfügen über keine der vielen abgefragten technischen Ausstattungen und planen auch in Zukunft keine Anschaffung. Die Skepsis gegenüber der Digitalisierung wird damit noch einmal unterstrichen.

Entwicklung der letzten Jahre

Vergleicht man die erhobenen Daten der Kleffmann Group aus den Jahren 2013 mit denen aus 2017, ist dennoch der Trend zur Digitalisierung eindeutig zu erkennen. Innerhalb von vier Jahren ist der Besitz von Smartphones bei Landwirten um das Zweieinhalbfache angestiegen. Auch Tablets sind mehr als viermal so oft auf Betrieben im Gebrauch als noch im Jahre 2013, wohingegen das Tastenhandy bei weniger als halb so vielen Landwirten wie noch im Jahre 2013 vor zu finden ist. Ebenfalls angestiegen ist die Anzahl der Onlineeinkäufe um knapp die Hälfte. WhatsApp wird mittlerweile von 97 % der Landwirte genutzt. Sie gebrauchen es häufig beruflich, um beispielsweise die Arbeit auf dem Betrieb zu organisieren. Ein zukünftiger Trend zur Digitalisierung in Landmaschinen und Programmen lässt sich somit erahnen.

Bedeutung für Hersteller und Produzenten

Die Erfindung unterschiedlichster Technologien ist elementar für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft sowie für eine Erleichterung und Optimierung der landwirtschaftlichen Arbeit. Die Studien der Kleffmann Group zeigen jedoch auch deutlich, dass Landwirte sich weniger mit den neuen Technologien auseinandersetzen als von vielen Herstellern und Produzenten vermutet. Die Aussage ‚Landwirt 4.0 – Kann unser Schlepper das überhaupt‘ gibt somit das wieder, was viele Landwirte empfinden. Die heutigen Technologien treten hoch komplex auf den Markt. Einige Technologien fordern direkt weitere Technologien. Eine endlose Kettenreaktion ist die Folge. Zudem eignen sich nicht alle Techniken für jeden Landwirt und jeden Schlepper. Der Landwirt muss auf viele neue Produkte geschult werden, denn ihr Umgang ist nicht immer sofort selbsterklärend. Vorteile müssen dem Landwirt direkt ersichtlich und nachweisbar aufgezeigt werden. Er sieht ansonsten wenig Sinn in einer Veränderung vom Altbewährten zu etwas Neuem.

Der aufgezeigte Trend vom Jahre 2013 zu 2017 zeigt jedoch auch, dass Landwirte bereit sind sich mit der Digitalisierung zu befassen und sich auch auf diese einzulassen. Die Studie weist ebenfalls eine hohe Zufriedenheit bei den Landwirten auf, die bereits mittels Programmen teilspezifisch bewirtschaften. 90 % von ihnen wollen derartige Technologien behalten oder sogar noch ausdehnen. Sie haben sich für die weitere Digitalisierung und somit auch für eine digitale Veränderung entschieden.

My Data Plant

Die Kleffmann Group hat einen neuen Service namens My Data Plant entwickelt. Ein vollständiger Datenschutz ist bei My Data Plant garantiert, da die Kleffmann Group als Marktforschungsunternehmen strengen Datenschutzrichtlinien verpflichtet ist. Die Expertise in der Datenanalyse der Kleffmann Group wird in den Ergebnissen im My Data Plant Onlineportal widergespiegelt. Das Portal ist einfach zu handhaben. My Data Plant kann Herstellerunabhängig auf allen gängigen Schlepper- bzw. ISOBUS-Terminals angewendet werden. Der Kauf weiterer Technologien ist nicht erforderlich. Das My Data Plant Service Team bietet zudem kostenlose Schulungen, einen kostenlosen Vor-Ort-Service sowie einen persönlichen Telefonservice für eventuelle Fragen an. Die Lösung ist durch ihre benutzerfreundliche Handhabung sowohl für kleinere als auch für größere Flächen empfehlenswert.

My Data Plant ermöglicht dem Landwirt aufgrund satellitenbasierter Daten die Biomassevitalität seine Felder zu überwachen. Im Onlineportal kann er durch die Satellitendaten Bodenunterschiede direkt feststellen und somit Bestandsentwicklungen beobachten. Dort kann der Landwirt wahlweise ebenfalls seine eigenen Dünge- und Aussaatstrategien auf Basis der analysierten Biomassevitalität anlegen. Diese werden auf dem Feld automatisch umgesetzt. My Data Plant ermöglicht ihm eine bedarfsgerechte und standortoptimierte Düngung bzw. Aussaat.

Tendenzen zum Landwirt 4.0

Die Digitalisierung trägt zu einer Arbeitserleichterung, einer Arbeitsoptimierung sowie einer Ertragssteigerung und somit einem höheren Gewinn bei. Die jüngsten Studien der Kleffmann Group zeigen allerdings, dass viele Landwirte noch nicht so weit digitalisiert sind wie oft vermutet wird. Elementar werden somit zunächst einmal Aufklärungsarbeiten. Diese müssen dem Landwirt sowohl die Vorteile aufzeigen, die er durch die Digitalisierung generieren kann als auch schulen wie er die neuen Technologien anwenden kann. Jedem Landwirt sollte direkt ersichtlich sein, welche Technologien er auf seinem Betrieb verwenden kann und welche für ihn überhaupt sinnvoll sind. Bei richtiger Anwendung leisten die Technologien viel unterstützende Arbeit. Dies wird auch durch die hohe Zufriedenheit der Landwirte deutlich, die bereits auf digitale Lösungen umgestiegen sind. Die Tendenzen lassen vermuten, dass die Digitalisierung nach und nach immer mehr in der Landwirtschaft ankommen wird.

Weitere Informationen gibt es unter www.mydataplant.com